Ein Monat Schüleraustausch in Frankreich – und das totale Chaos –

 

25 Juni, 2026

Auch in diesem Schuljahr haben wieder Schüler unserer Schule am 4-wöchigen Frankreichaustausch teilgenommen. Dass dabei manchmal einiges nicht nach Plan läuft und trotzdem irgendwie klappt, wissen Lara Meusel und Peter Geßner zu berichten:

Angereist sind wir am Samstag, dem 30.08.2025 – der Tag, an dem das lebendige Durcheinander begann. Bereits auf der Hinreise mit meinen Eltern nach Contamine-sur-Arve hatten wir Probleme mit dem Auto. In der Schweiz, kurz vor einer Pause bei McDonalds, machte es plötzlich komische Geräusche: Das Radlager war kaputt. Zum Glück schafften wir es trotzdem zu unseren Austauschpartnern, die uns sehr freundlich willkommen hießen.

Den ersten Tag und die erste Nacht haben wir gut überstanden: Geborgenheit, weiche Betten, nette Menschen und hervorragendes Essen. Mit „wir“ meine ich Peter und mich, da wir zufälligerweise bei Zwillingen unterkamen. Am ersten Morgen waren wir etwas überfordert, da wir direkt auf Französisch angesprochen wurden. Trotzdem konnten wir vieles klären – notfalls auf Deutsch oder Englisch. Noch am selben Tag fuhren wir mit meinen Eltern an den Genfer See, wo das nächste Unglück geschah: Peters Handy fiel ins Wasser. Auch wenn ich eine Mitschuld hatte, nahm er es gelassen und wir setzten den Tag mit einem Trost-Eis fort.

Schwan im See

Die ersten Wochen verliefen relativ ruhig. Wir waren täglich von 8 bis etwa 16–17 Uhr in der Schule, mittwochs kürzer. Die freie Zeit nutzten wir oft für Ausflüge oder Wanderungen. Anfangs war ich zurückhaltend, doch schneller als gedacht gewöhnte ich mich an die neue Umgebung, die Schule und die Freunde unserer Austauschpartner.

Auch außerhalb der Schule trafen wir uns mit ihnen. Ein Treffpunkt war ein Berg mit einer alten Grundschule und einem Spielplatz. Einmal wurden wir auf dem Heimweg von fliegenden Käfern verfolgt – wir rannten so schnell wie möglich nach Hause.

Da wir alle Anime-Fans sind, gingen wir gemeinsam ins Kino, um den Film „Demon Slayer“ zu schauen. Für Peter und mich war es schwierig, da er auf Japanisch mit französischen Untertiteln lief. Außerdem waren wir oft in Bonneville, die Stadt, in der unsere Schule ist, unterwegs, wo es viele interessante Läden gab.

Wenn das Wetter schlecht war, blieben wir zu Hause und spielten alles Mögliche – Brettspiele, Nintendo Switch oder Kartenspiele, natürlich auf Französisch. Auch die Familie war immer sehr freundlich, und manchmal kochten oder backten wir zusammen.

In der letzten Woche entstanden noch einige Erinnerungen: Peters Austauschpartner versuchte meine Haare zu stylen, was in einem Friseurbesuch endete; und ich sorgte im Bad für eine kleine Überschwemmung.

Am 28.09.2025 war schließlich die Abreise. Nach vielen Verabschiedungen ging es zurück – natürlich nicht ohne Chaos: Peter hatte etwas vergessen und wir mussten umkehren.

Trotz allem mussten wir lachen – dieses Chaos passte perfekt zu unserem Austausch. Auch wenn wir froh waren, wieder zu Hause zu sein, wissen wir jetzt: Für gute Geschichten braucht man manchmal ein bisschen Drama. Und Frankreich hat geliefert.

Lara Meusel, 9c